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Historie

Die Geschichte des VfB Oldenburg begann damit, dass sich im Jahre 1897 einige ehemalige Oberrealschüler in Oldenburg (jetzige Herbart-Gymnasium) zusammentaten, um auf dem Excerzierplatz der Infanteriekaserne an der Kranbergstraße dem neuen subversiven Spiel aus England nachzugehen.

Das offizielle Gründungsdatum des Fussballvereins wird mit dem 17. Oktober 1897 angegeben. Der Name des Vereins war FC Oldenburg, obwohl der erste Bolzplatz dieses Vereins am Excerzierplatz keineswegs in Oldenburg lag, sondern in der Gemeinde Ohmstede, die zum damaligen Zeitpunkt noch nicht zur Stadt Oldenburg gehörte.

Der holprige Platz war ein Multifunktionsplatz, auf dem (wenn mal nicht geschossen oder marschiert wurde) auch Jahrmärkte, Ausstellungen und sogar Pferderennen stattfanden. Entsprechend gab es auf dem Platz keinen Rasen und wenn einmal Gras wuchs, eilten sofort die dort weidenden Schafe zur Stelle.

Der Klub sollte sich schnell einen neuen Platz suchen und der war bald gefunden. Am südlichen Ende stieß die Kranbergstraße auf die Donnerschweer Chaussee (heute Donnerschweer Straße). An dieser Straßenkreuzung Wilhelmstraße (heute Wehdestraße)/Donnerschweer Chaussee lag die Radrennbahn des Radsportvereins von 1884, das spätere Donnerschweer VfB-Stadion.

Im Jahre 1899 wurden sich die Fussballer mit den Radlern einig und so konnte schon bald das erste Spiel im Innenraum der Radrennbahn stattfinden. Das Stadion war in den Boden eingelassen, da an dieser Stelle der Sand für den Baugrund des Oldenburger Hauptbahnhofes ausgebaggert wurde. Für die Radsportler war dieser Umstand natürlich ideal, um die Steilwände ins Stadion einzubauen.

Aufgrund einiger Differenzen, z. B. noch ausstehende Mieten, kam es zum Streit mit dem Radsportverein und der Verein beschloss erneut den Platz zu wechseln. Im Jahr 1904 spielte der FC Oldenburg nun auf der Schützenwiese am Ziegelhof. Die Wiese gehörte dem Oldenburger Schützenverein und musste zunächst unter hohem finanziellen und persönlichen Aufwand fürs Fussballspiel hergerichtet werden.

Da man dem Schützenverein auf Gedeih und Verderb ausgeliefert war, hielt auch diese geschäftliche Verbindung nicht, so dass die Fussballer bereits nach zwei Jahren erneut den Platz wechselten.

1906 zog der FC an die Sportplätze am Dobben. Diese lagen zwischen dem Everstenholz und den Dobbenteichen, also einem Gebiet das heute komplett bebaut ist. Auch wenn das Areal noch zusätzlich für Ausstellungen genutzt wurde, konnte man dort schon recht akzeptable Bedingungen vorfinden. Der FC Oldenburg plante auf den Dobbenteichen sogar eine Eislaufgesellschaft, also quasi den legitimen Vorgänger der später gegründeten und ruhmreichen Eishockeyabteilung des VfB Oldenburg.

Leider konnte auch dieser Spielplatz nur vier Jahre gehalten werden, da sich die Innenstadtnähe und der Ausbreitungsdrang des nördlich gelegenen Dobbenviertels erheblich auf die Grundstückpreise auswirkten. So kam es wie es kommen musste. Die Besitzer der Sport- flächen, die vorher noch zu Ehrenmitgliedern des Fussballclubs gemacht wurden, teilten das Grundstück in Baugrund für neue Villen auf. Dort entstand das neue Dobbenviertel.

Der Verein spielte nun fast zwei Jahre wieder auf verschiedenen Plätzen und war bei einigen Vereinen zu Gast. Man kehrte wieder auf den Excerzierplatz zurück oder spielte auf dem Rasenplatz der inzwischen verschwundenen Radrennbahn. Dieser wurde von einem Verein namens FV Germania Oldenburg gepachtet.

Ebenfalls wurde auf dem städtischen Sportplatz Haarenesch gebolzt bis im Jahr 1913 endlich ein Rasengrundstück am westlichen Rand Oldenburgs gefunden wurde. An der Ecke Ofener Chaussee (heute Ammerländer Heerstraße)/Drögen-Hasen-Weg wurde ein neuer Platz für den FC Oldenburg errichtet, auf dem jedoch aufgrund des ersten Welt- krieges nicht außerordentich viele Spiele stattfanden. Der Verein fiel aufgrund des Krieges und der daraus resultierenden allgemeinen Mittelknappheit in eine finanzielle Krise, so dass auch dieser Platz im Jahr 1918 notverkauft wurde.

Der FV Germania Oldenburg wurde am 29. April 1903 in Oldenburg gegründet und spielte ebenfalls die ersten fünf Jahre auf dem Excerzierplatz der Infanteriekaserne. 1908 mietete der Verein von der alten Klosterbrauerei in der Wilhelmstraße (heute Wehdestraße) die ehemalige Radsportbahn und baute sie zu einen Fussballplatz um.

Im Jahr 1919 kam es zu der Vereinigung vom FC Oldenburg und dem FV Germania Oldenburg zum VfB Oldenburg.

Ein Jahr später wurden durch Sammlungen, privaten Geldgebern und der Ausgabe von Schuldscheinen die finanziellen Mittel ermöglicht, um den Platz zu kaufen und unter hohem persönlichen Einsatz der Mitglieder zu einem Stadion auszubauen.

Der VfB Oldenburg spielt im Jahr 1922 das erste Mal seit seiner Gründung in den Farben blau-weiss.

Mit dem Verein geht es in den nächsten Jahren steil bergauf: 1923 wird neben dem VfB-Platz ein weiteres Grundstück angepachtet und eine zweite Spielfläche errichtet. 1927 entsteht eine 350 m lange Aschenbahn mit erhöhten Kurven um den Platz. 1932 wird ein dritter angrenzender Platz gepachtet, der ebenfalls sieben Jahre später gekauft wurde.

Während des 2. Weltkrieges wurden die Plätze 2 & 3 unter Androhung von Zwangsenteignung an die 'Deutsche Arbeitsfront' verpachtet. 1942 entstanden dort Lager für ausländische Zwangsarbeiter.

Nach dem Krieg, 1945, wurden die beiden Nebenplätze von den Briten beschlagnahmt und in Lager für 'Displaced Persons' umgewandelt. Diese Displaced Persons waren eben diese Zwangsarbeiter, Zwangsverschleppte und Kriegsgefangene, die in Oldenburg auf die Rückführung in ihre Heimat warteten. Das Stadion litt während dieser Zeit in zweierlei Weise. Die Spielfläche wurde als Abkürzung zur Bushaltestelle an der Donnerschweer Straße zweckentfremdet und der Rasen dabei stark zer- trampelt. Da die Versorgungslage im Nachkriegs-Oldenburg nicht besser war als im restlichen Deutschland, musste die Holzumzäunung des Stadions zusätzlich als Feuerholzquelle für die Lagerbewohner herhalten.

Ein Jahr später wurden die Plätze von den Briten unter Vorbehalt wieder freigegeben, während die Beschlagnahme weiter bestehen blieb. Diese Freigabe ermöglichte jedoch die Restaurierung des Stadions. In diesen Jahren (1947-1949) spielte der VfB auf dem GEG-Platz oder beim VfL an der Alexanderstraße.

Am 7. August 1949 war es dann soweit: Das Stadion wurde vor 10.000 Zuschauern als reines Fussballstadion eröffnet. Im selben Jahr wurden auch die Farben blau und weiss als Vereinsfarben in die Satzung aufgenommen.

1950 wurde die Beschlagnahme von den Briten endgültig aufgehoben. Ein Jahr später wurde das städtische Stadion am Marschweg feierlich eingeweiht.

Die Rücknahme der Beschlagnahme ermöglichte die rechtlichen Voraus- setzungen für eine Veräußerung der beiden Nebenplätze an die Stadt. Die Existenz der Baracken des Lagers auf dem Areal machte die Plätze unbespielbar. Aus den Erlösen des Verkaufs erwarb der Verein 1952 am Otterweg und somit in unmittelbarer Nähe des Hauptplatzes, ein 18600 m² grosses Gelände erworben. Auf dem Platz (dort stehen jetzt die ehemaligen Tennisanlagen des VfB) wurden zwei Fussballplätze angelegt. Dieses waren unbedingt nötig geworden, da 27 Fussballmann- schaften des VfB Oldenburg damals ohne eigenen Platz waren und so manchesmal ihre Punkt-Heimspiele auf fremden Platz austragen mussten.

1958 wurde die Sitzplatztribüne und am 06. August 1961 wurden drei weitere Fussballplätze im Bereich Wehdestraße/Otterweg/ Nibelungen- straße eingeweiht. 1966 erhielt das Stadion eine Flutlichtanlage.

Durch die Einführung der Bundesliga 1963 spielte der VfB Oldenburg nicht mehr in der obersten Spielklasse. Die Publikumsmagneten wie Werder Bremen, der Hamburger SV oder Eintracht Braunschweig bleiben aus und der Liga fehlte es an Attraktivität, so dass die Zuschauer- zahlen und die damit verbundenen Einnahmen deutlich sanken. 1966 hatte es der VfB schon auf eine Verschuldung von 200.000 DM gebracht.

1973 wird der Platz am Otterweg aus wasserwirtschaftlichen Gründen zum Sonderbaugebiet mit der besonderen Zweckbestimmung Sport erklärt.

1982 wurde zum ersten Mal der Versuch gestartet, das vereinseigene Stadion zu verkaufen. Präsident Paul Boschen wollte die Fussball- abteilung aus dem Verein lösen und dann am Marschweg spielen lassen. Der Volkszorn kochte auf und der Versuch endete mit dem Rücktritt Boschens.

1987 wurde erneut ein Versuch gemacht, der Stadt das Stadion zu verkaufen. Die Stadt Oldenburg lehnte damals ab.

Im Februar 1990 wurde der Verkauf des Stadions endgültig besiegelt. Die Schuldenlast des Vereins war auf 1,3 Millionen angestiegen. Um die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden wurde das Stadion für 2,8 Mios verkauft. Der VfB Oldenburg spielt seitdem unentgeltlich im Oldenburger Marschwegstadion und besitzt volles Nutzungsrecht für die Bandenwerbung. Die Kosten für den Ordnungsdienst und die Reinigung werden vom Verein getragen.

Von 1993 bis 1995 wird der städtische Sportpark an der Elsflether Straße mit einem Sportplatz und zwei Trainingsplätzen errichtet. In unmittelbarer Nähe wird 1994 der 'Müggenkrug' (Elsflether Straße 53) angekauft und diente übergangsweise als Geschäftsstelle des Vereins.

Im Zuge eines Ausbaus des Marschwegstadions (1995/96) erhält das Marschwegstadion eine neue Haupttribüne. Die Kosten für den gesamten Ausbau von 8 Mios trug die Stadt Oldenburg.

Im Jahr 2000 zog die Geschäftsstelle in die Innenstadt (Berliner Platz).

[von Soccer Scientist]